Mittwoch, November 11

#1

Neustart. 
Das ist etwas, was man in dieser Art von "Community" so macht, oder? Wenn man versagt hat. Wenn man sein Ziel nicht erreicht hat. Die Sache ist die - wenn man lange Zeit hungert und gleichzeitig ein Mensch mit Bedürfnissen ist, ein Mensch der das Essen nicht hasst, ein Mensch der es sogar liebt, dann kommt der Punkt an dem man isst. Man isst einfach. Die meisten Menschen wissen, wann sie Hunger haben - sie essen. Sie wissen auch, wann sie satt sind, dann hören sie auf mit dem Essen. Ich war noch nie so ein Mensch, oder bin es zumindest seit meinen Teenagerjahren nicht mehr. Mein Verhältnis zum Essen ist nach wie vor ein gestörtes, und so habe ich Monate lang gehungert und Monate lang gefressen. Die logische Konsequenz ist, dass ich zugenommen habe. Dass das Hungern umsonst war. Die Frage ist, ob ich daraus gelernt hab. Ob ich sagen kann - okay, so funktioniert das mit dem Abnehmen nicht. Aber ich muss abnehmen, denn ich habe Übergewicht und fühle mich nicht wohl in meinem Körper. Aber nein, ich habe natürlich nicht daraus gelernt. Für mich gibt es immer noch nur Schwarz und Weiß, hungern und fressen. Keinen Mittelweg. Keine gesunde Ernährung, keine 1200 kcal pro Tag, kein gesundes Maß an Bewegung und Sport. 

Deshalb werde ich wieder mit dem Schreiben beginnen. Um mich selbst zu motivieren und um mir all die Scheiße von der Seele zu schreiben. Ich möchte von neuem meine Traurigkeit mit Hunger stillen. Das Hungern weiterhin als Trost verwenden, als einziges Accomplishment wenn sonst nichts hinhaut. Weil es mir damals geholfen hat. Weil es mich getröstet hat. Weil ich dadurch etwas erreicht habe, und Komplimente bekommen habe. Alicia is back in the game.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen